Liebe Nina,
- Nina Saliternig
- 30. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit

Alles Gute zum 17. Hochzeitstag!
Die Orchideenhochzeit.
Wie schön ist das eigentlich?
Die Bedeutung ist klar und gleichzeitig besonders: Die Orchidee steht für Eleganz und Einzigartigkeit, sie braucht aber auch Hingabe und Pflege. In voller Blüte strahlt sie nicht nur Schönheit, sondern auch Stärke aus. Genau wie deine Ehe mit Martin.
Er ist wie ein Fels in der Brandung – auch dann, wenn du glaubst, dass du ihn gerade gar nicht brauchst. Er ist der, der dich im richtigen Moment anstupst, damit du wieder in die Spur kommst. Er erinnert dich daran, worauf es wirklich ankommt, und hilft dir, die Kleinigkeiten loszulassen, über die es sich nicht lohnt, nachzudenken. Er ist der Mann, auf den du dich zu 1000 % verlassen kannst. Er liebt dich mit all deinen Macken und Spinnereien, wie du bist, und nennt dich noch heute seine Prinzessin.

Und nicht nur das: Martin hat dir das Wertvollste auf dieser Welt geschenkt. Einen wundervollen Sohn.
Jetzt bist du wieder hier. An deinem Lieblingsort, mit deinen Lieblingsmenschen. Umgeben von Bergen, Sonne und Schnee. Und du kannst dich fallen lassen und einfach genießen. Jedes Mal, wenn ihr hierherkommt, passiert etwas Besonderes. Sobald ihr aus dem Auto steigt und die Bergluft tief einatmet, setzt sofort die Erholung ein. Alles wird langsamer. Ruhiger. Der Stress bleibt irgendwo auf der Autobahn zurück.
Du sitzt in der kleinen, gemütlichen Wohnung, dein Blick schweift über die verschneiten Gipfel. Und du denkst an das vergangene Jahr zurück.
Du bist müde. Du bist stolz. Und du bist dankbar für dieses Leben.
Die viele Arbeit und die Anstrengungen des Alltags – sie verlieren an Bedeutung, wenn du siehst, wie sich eure kleine Familie entwickelt. Auch wenn du manchmal belächelt wirst, weil du „ja nur ein Kind“ hast, lächelst du zurück. Denn du bist dankbar. Dankbar für diesen gesunden, wunderbaren Sohn.
Vielleicht hast du nicht alles richtig gemacht. Vielleicht hast du auch Dinge verabsäumt, die sich nicht mehr ändern lassen. Aber du hast einen ehrlichen und verlässlichen jungen Mann erzogen. Einen, der nicht immer sein Zimmer perfekt aufräumt und selten fünf Minuten vor der Abfahrt fertig ist, der aber mit Herz, Anstand und Rückgrat durchs Leben geht. Und genau darauf kommt es an. 😊
Worüber hast du dieses Jahr oft nachgedacht?
Über deine Arbeit eher wenig. Im zweiten Jahr komplett im Homeoffice weißt du: Es war die richtige Entscheidung. Auch wenn es Tage gibt, an denen die grauen Haare nur so sprießen, hast du nichts bereut.
Die meiste Zeit hast du über euren Sohn nachgedacht. Die Jugend von heute hat es schwerer, als ihr es damals hattet. Und ihr Eltern seid oft überfordert, weil ihr vieles nicht versteht oder nachvollziehen könnt. Ihr kanntet keine Pandemie. Kein permanentes Grundrauschen schlechter Nachrichten. Eine Welt, die sich gefühlt ständig am Abgrund bewegt. Eure Kinder müssen in dieser Welt ihren Platz finden. Ist es da wirklich verwunderlich, dass sie nachdenklich sind? Oder manchmal komplett ausbrechen?
Macht ihr alles richtig? Wahrscheinlich nicht. Aber ihr gebt euer Bestes.
Ihr unterstützt euren Sohn, so gut ihr könnt. Wenn das bedeutet, Stunden in und vor der Eishalle zu verbringen und den Kilometerstand eurer Autos ans Limit zu treiben, dann ist das eben so. Wenn innerhalb kürzester Zeit der dritte Schläger zu Bruch geht und ihr selbst zurückstecken müsst – dann tut ihr das gern. Und wenn du um halb elf nachts noch in der Küche stehst, weil die Frage „Was kann ich essen?“ schon wieder kommt, verdrehst du zwar die Augen – aber für wen solltest du es sonst tun, wenn nicht für ihn?
Ihr habt als Familie in diesem Jahr viel Schönes erlebt. Ihr habt Hürden gemeistert. Du kannst mit Bestimmtheit sagen: Du blickst nicht mit einem weinenden Auge zurück.
Während der ganzen Zeit im Homeoffice hast du etwas Wichtiges gelernt: nämlich Rücksicht auf dich selbst zu nehmen.
Wer dich nicht so akzeptiert, wie du bist, darf gehen. Du wirst nicht mehr um Freundschaft bitten. Wer nicht will, der hat schon. Du bist echt und wirst dich nicht mehr verbiegen oder verstellen, nur um gemocht oder eingeladen zu werden. Das Leben ist zu wertvoll, um Zeit mit Menschen zu verschwenden, die dich nicht schätzen.
Du hast gelernt, dass Alleinsein nicht das Schlimmste auf dieser Welt ist. Vor allem dann nicht, wenn man mit sich selbst im Reinen ist. Und das bist du.
Vor Kurzem bist du über ein paar Regeln gestolpert. Die dürfen bleiben:
Visit those who visit you.
Call those who call you.
Support those who support you.
Ignore those who ignore you.
Du hast mit einem Blog angefangen. Einfach so. Aus Lust. Aus Neugier. Nicht für Ruhm. Nicht für Anerkennung. Sondern für dich. Ohne Druck. Ohne Erwartungen. Und mit dem Wissen: Wenn es zu stressig wird, darfst du aufhören. Das ist keine Schande.
Du hast gelernt, Träume zuzulassen. Und auch wenn manche versuchen, dir Steine in den Weg zu legen, hebst du die Beine und steigst darüber. Denn ohne Träume und Wünsche wäre das Leben nicht lebenswert.
Jetzt heißt es: Runterkommen. Kraft tanken. Die Grundsteine für eine gute Zukunft sind gelegt. Und ja – Enttäuschungen und Rückschläge werden kommen. Aber sie machen stark. Entscheidend ist, was du daraus machst.
Und versprich mir, dass du dir eine Sache vornimmst: Mehr im Hier und Jetzt zu leben. Genieße die Zeit mit den Menschen, die dich wollen und schätzen. Vergiss nicht:
Es ist OK, Fehler zu machen.
Es ist OK, Nein zu sagen.
Es ist OK, einen schlechten Tag zu haben.
Es ist OK, eine Pause zu brauchen.
Es ist OK, um Hilfe zu bitten.
Denn niemand ist perfekt. Du bist stärker, als du denkst. Und du bist genug.
Genieße das Leben! Lebe im Hier und Jetzt – nicht in der Vergangenheit.
Deine
Nina







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