Virtuell arbeiten – und manchmal ganz schön allein dabei
- Nina Saliternig
- 15. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Zwischen Home-Office, Freiheit und der Sehnsucht nach echten Begegnungen
Virtuell arbeiten – klingt nach Freiheit, Selbstbestimmung und Flexibilität. Und ja, das ist es auch. Aber manchmal, wenn man stundenlang in den eigenen vier Wänden sitzt, das einzige Gespräch des Tages mit der Waschmaschine führt und draußen das Leben einfach weiterläuft, dann spürt man sie doch: die Einsamkeit.
Ein Bekannter von mir, der ebenfalls zu 100 % remote arbeitet, hat gerade seinen Job gekündigt. Nicht, weil er unzufrieden war, sondern weil er die Stille zu Hause nicht mehr ausgehalten hat. Ihm fehlten das Büro, das Miteinander, der Austausch und das spontane Gespräch an der Kaffeemaschine. Und das zeigt für mich ganz deutlich: Nicht jeder ist dafür gemacht, komplett von zu Hause aus zu arbeiten.
Diese endlosen Diskussionen über Home-Office – ja oder nein, produktiv oder nicht – sind aus meiner Sicht sinnlos. Denn am Ende merkt jede und jeder selbst, was funktioniert. Wer motiviert, strukturiert und mit Herz arbeitet, tut das überall – ob am Küchentisch, im Büro oder am Seeufer. Und wer lieber Dampfplauderer spielt, der glänzt auch im Büro nur mit Anwesenheit. Das wäre übrigens auch ein spannendes Thema für einen eigenen Blogbeitrag. Material hätte ich genug😉.
Ich persönlich bereue meine Entscheidung, komplett remote zu arbeiten, keine Sekunde. Natürlich gibt es Tage, an denen ich mehr mit dem Staubsauger als mit Menschen spreche. Aber die Freiheit, meinen Alltag selbst zu gestalten, ist unbezahlbar.
Und genau deshalb entfliehe ich in der hektischen Vorweihnachtszeit für ein paar Tage dem Trubel. Ich packe meinen Laptop ein, fahre in die Berge und arbeite dort, wo andere Urlaub machen. Die Ruhe, die klare Luft und die Sonne auf den Gipfeln – das ist meine Auszeit. Mein persönliches „Runterkommen“, bevor sich das Jahr sich verabschiedet.

Und jedes Mal, wenn ich in Kärnten bin – meiner Heimat mit ihren Seen, Bergen und dieser ganz besonderen Gelassenheit – spüre ich, wo ich hingehöre. Dort, wo die Luft ein bisschen nach Heimat riecht und das Herz automatisch langsamer schlägt. Oder, um es mit den Worten aus der inoffiziellen österreichischen Hymne zu sagen:
„… Do kann man moch′n wos ma wül
Do bin i Herr do kea I hin
Do schmützt des Eis von meiner Sö
Wia von am Gletscher im April
A wenn ma's schon vergessn ham'
I bin dei Apfel du mei Stamm
So wia dei Wasser talwärts rinnt
Unwiederstehlich und so hell
Fast wia die Tränen von am Kind
Wird a mei Bluat auf amoi schö
Sog i am Mensch der Welt vio stolz
Und wann ihr woits a ganz allan
I am from Austria …“
Auch wenn ich seit vielen Jahren nicht mehr dort lebe, weiß ich ganz genau, wo mein Herz zu Hause ist. Und eines habe ich mir fest vorgenommen: Ich komme zurück. Irgendwann.
Diese Woche vor Weihnachten gehört mir. Ich schmücke unsere kleine Wohnung in den Bergen, arbeite in Ruhe, ohne Hektik und ohne das Gefühl, etwas zu verpassen. Ich bereite alles vor, für meine zwei Herzensmenschen vor, die bald nachkommen – und dann bin ich bereit für Weihnachten.
Mein Fazit?
Virtuell zu arbeiten ist nicht für jeden geeignet, aber für mich ist es das Richtige. Wenn ich am Ende des Jahres dort sitze, mit Blick auf die verschneiten Berge, einen heißen Kaffee in der Hand und ein Lächeln im Gesicht, dann weiß ich: Ich bin genau da, wo ich hingehöre.







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